Intriegen, Lügen und die Reise in eine neue Heimat

Das Schiff des Händlers Jakob legt an einem verregneten Tag bei der Kaiserinsel an. Als Jakob der Händler sein Schiff verlässt, wird er sogleich von Karantos in empfang genommen. Diesesmal scheint Jakob sein lächeln verloren zuhaben und hält Karantos ein Papyrus hin, welches mit dem kaiserlichen Siegel versehen ist und meint: "Dieses sollt ihr Leopolth übergeben. Die Wache, welche mir dies übergab sah recht ernst aus und bestand darauf dies mitzunehmen." Karantos schaut ihn kurz an und mit einem nicken brüllt er sogleich nach Beatrix. Karantos gibt ihr die Papyrusrolle "Bring sie dem jungen Kerl, welcher sich Inselherrscher nennt. Scheint wohl wichtig zusein..." Wie er dies aussprach macht sich Beatrix sogleich auf den Weg und Karantos sowie auch Jakob gehen ihrem Tagwerk nach.


In der Residenz angekommen begibt sich Betrix in die Burg zu Leopolth, welcher einige Schriftstücke mit einem Grübeln und leisem seuftzen durchschaut. Sie klopft kurz an den Türrahmen: "Mein Herr ein Papyrus des Kaisers brachte der Händler mit!" sie bleibt kurz in der Tür stehen bis Leopolth sie heran winkt und die Rolle entgegen nimmt. Er öffnet sie und schon bei den ersten Zeilen wird sein Gesichtsausdruck immer besorgter. Langsam hebt er den Kopf und blickt Beatrix an: "Die ganze kaiserliche Garde wird zurück gerufen. Ihr alle sollt mit dem Händler zurück ans Festland fahren um von dort dann gen Osten zureisen in der Streitmacht des Kaisers." Beatrix blickt ungläubig: " Wir sollen was?" "Ihr habt mich verstanden, oder wollt ihr den Befehlen des Kaisers nicht folge leisten? Dies würde euren Kopf bedeuten, also los und packt eure Sachen, wenn ihr welche habt!" schnaubent darüber das er dann ohne Garde auf dieser Insel sitzt, macht er eine Handbewegung das sie verschwinden solle und ruft noch: "Sag den anderen Bescheid, das sie packen sollen!"


Der frühe Abend bricht an doch wie sonst macht sich Jakob diesesmal nicht auf den Weg zum Marktplatz, sondern bleibt bei seinem Schiff als würde er erahnen was in er Rolle stand. Wie ein jedesmal zum eigentlichen Markttag regnet es schon den ganzen Tag lang. Aus der Hafenfeste hört man immerzu ein lautes brüllen von Karantos, welcher die Kriegsgefangenen hin und her jagd. Am nächsten Morgen wird das Schiff mit Proviant beladen und die Kaiserlichen gehen alle an Bord mit lautstarkem Murren. Leopolth steht am Rand des Stegs, man sieht ihm regelrecht an das er sich fragt, wie er das ohne die Garde hier Regeln solle und was sich der Kaiser dabei denkt. Als das Schiff dann ablegt, würdigt Leopolth diesem noch einen gedankenverlorenen Blick bis es in dem morgendlichen Nebel verschwindet und er sich in seine Gemächer zurück zieht.


Die Tage vergehen und die kaiserliche Insel liegt ruhig, keine Garde welche trainiert, kein Karantos der herumbrüllt, lediglich ein paar wenige Wachen, welche sein Vater ihm mitgab, ziehen gemüdlich ihre Runden auf der Residenzmauer. Diese Stille wird dann durch ein lautes brüllen einer Wache unterbrochen: "Mein Herr, Schiffe am Horizont!". Wie Leopolth dies vernimmt, möchte er sich selbst ein Bild machen um welche Schiffe es sich handelt. Bei der Wache angekommen erblickt er eine kleine Flotte von etwa 6 Schiffen mit dem Wappen des Kaisers auf dem Segel. Die Wache zeigt in eine andere Richtung: "Da kommen noch mehr und halten genau auf die Flotte zu, mein Herr!" Leopolth wendet sich in die Richtung , doch kann er das Wappen dieser Schiffe nicht zuordnen, welche zahlmässig bedeutend mehr sind. "Ein Angriff gegen die kaiserliche Flotte? Wer ist denn so dämlich sich dieser entgegen zustellen?" Wie Leopolth diese Worte sagte, hört man einige laute Explosionen, welche dem Klang eines Napthasprengfasses ähneln und anschließendes Feuer aufsteigen. Der Schauplatz liegt in dichtem Rauch gehüllt und lange Zeit ist nichts zusehen, bis aus den Rauchschwaden die fremden Schiffe herraus kommen und davon segeln als sei nichts gewesen. Als sich alles lichtet kann man das Ausmass erkennen, die kleine Flotte wurde komplett zerstört. Leopolth zögert nicht lang und begibt sich sogleich in sein Arbeitszimmer. Dort angekommen nimmt er die Feder zur Hand und beginnt zuschreiben, am Ende des Briefes ließt er diesen nochmals durch, denkt an die Bürger Sichelmonds und schüttelt den Kopf. Leise murmelt er: "Das glaubt doch keiner, das diese Flotte von fremden Schiffen zerstört wurde!" mit sich selbst kämpfend entschließt er dennoch den Brief an ihre kaiserliche Hoheit zuentsenden.


Tagtäglich hält Leopolth vergebens nach einer Antwort auf seinen Brief ausschau, als dann ein einzelnes Schiff am Horizont erscheint und auch die Wachen dieses bereits bemerkten. Das Schiff nähert sich recht schnell durch den starken Wind, welcher aufkommt und hält auf die Kaiserinsel und deren Hafen zu. Leopolth lässt sogleich sein Pferd satteln um so schnell wie möglich zur Hafenfeste zukommen. Dort angekommen legt auch das Schiff an und fragt sogleich: "Was treibt euch denn hierher?" vom Schiff selbst schaut eine Frau in Plattenrüstung von der Railing und antwortet prombt: "Mich hier absetzen und weiterfahren, gebt dem Kapitän etwas Proviant und dann reden wir. Es gibt beunruhigende Nachrichten und diese dulten keinerlei Aufschub!" Wie Leopolth dies vernimmt, traut er seinen Ohren nicht über diese vorlauten und schon fast befehlstonartigen Worte. "Ich bin Leopolth von Klanstedt, Sohn des..." sie fällt ihm ins Wort "Ich weiß wer ihr seid und wenn ihr so weiter redet, seid ihr ein Sohn von nichts und wohlmöglich sogar tot." bei ihren Worten verlässt sie das Schiff und Leopolth erkennt das es sich bei der Frau um Beatrix handelt, welche zwei größere Rollen Payrus dabei hat. "Solltet ihr nicht auf einem Schiff in Richtung Osten sein? Laut dem Schreiben des Kaisers wurdet ihr alle zurückgerufen um in seinem Krieg zukämpfen!" sagt er in einem missbilligtem Ton "Ich sollte dich dafür festnehmen und Hinrichten lassen!" zwei der Wachen Leopolths kommen näher mit der Hand am Schwertgriff. Sie geht auf diese zu und schaut die beiden Wachen mit ernster Miene an: "Traut euch gegen mich das Schwert zuerheben und ihr sterbt, wie es euer Herr bald ebenso machen wird! Und jetzt schluss mit den Spielchen, dafür haben wir keine Zeit!" damit wendet sie sich ab und läuft geradewegs auf die Hafenfeste zu, Leopolth weiß darauf erstmal keine Worte und geht ihr in die Feste nach. In der Feste breitet Beatrix beide Rollen auf dem Tisch aus und zeigt Leopolth verschiedene Inseln, welche nicht oder gar gering besiedelt sind "Eine dieser wird eure neue Heimat sein. Sie liegen ausserhalb des Reiches und sind somit unabhängig!" sagt sie und ihr Blick geht zu Leopolth. "Willst du mich von der Insel jagen, oder was soll ich mit diesen Karten?"erwiedert er recht Zornig. "Nun..." spricht Beatrix recht ruhig "Ihr könnt hier verweilen und auf den Tot warten, oder ihr nehmt was ihr tragen könnt und verlasst diese Insel mit den Bewohnern. Die Schiffe, welche euch euer Vater mitschickte sind ja noch hier und sollten für das Nötigste und die Bewohner genügen. Euer Brief erreichte ihre Hoheit natürlich, doch nahm er es nicht so auf wie ihr es erwartet, ganz im gegenteil." seufzt sie " Der Kaiser ist der Meinung das ihr mit eurem Vater unter einer Decke steckt und die 6 Spähschiffe selbst zerstören ließet. Falls ihr es noch nicht wisst, so hat sich euer Vater dem Kaiser losgesagt und stellt sich mit einigen des Ostens ihm entgegen. Eine große Flotte von 30 Schiffen ist auf dem Weg hierher und hat den Befehl alles dem Erdboden gleich zumachen und keine Gefangenen zunehmen. Kurzum, er lässt die Insel niederbrennen... Frauen, Kinder, Alte ... keiner soll überleben. Die Anordnung hieß das ihr zuschauen dürft und als letztes hingerichtet werdet. Wollt ihr nun noch immer auf die Krone schwören, oder eine Flucht planen?" Leopolths Gesicht wird zunehmend blaser bei ihren Worten und das erste mal kommt er von seinem eingebildeten dasein herunter "Wie stellst du dir das vor? Die Bewohner scheinen die Kaiserlichen nicht sonderlich zumögen, geschweigenden auf uns zuhören." "Wen wundert es auch ... was hat der Kaiser denn für sie groß getan als ihnen diese Insel zur Verfügung zustellen? Für ihn sind diese Bewohner nichts weiter gewesen als freiwillige Sklavenarbeiter, die nur nicht wussten das sie eigentlich Sklaven sind und wir sollten sie weiterhin in diesem Glauben lassen. So kamen sie auch ein jedesmal von ihren kurzen Reisen zurück!" sie holt tief Luft "Sei es drum, sie und euch zuretten und hier wegzubringen ist nun das wichtigste... wir haben nur noch eine Woche bis sie hier sein werden!" "Gut, gut" erwidert er "ich verfasse eine Nachricht, welche an alle Bewohner gerichtet ist. Ihr solltet euch von der Reise erholen und wir planen weiteres dann am morgigen Tag!" Sie entgegenet ihm mit einem leichten Nicken "Auf welche der Inseln es gehen soll, solltet ihr euch schonmal klar werden. Den ihr Leopolth werdet über diese Herrschen, so wie ihr es hier getan habt. Die Bewohner brauchen eine Führung, ohne wird es nur so wie es bei Karantos war, ein durcheinander und keinerlei Einigung." mit diesen Worten zieht sie sich zurück und Leopolth schaut ihr kurz nach mit einem murmeln"Diese Frau ist doch niemals eine einfache Gardewache... zuviele Informationen welche sie hat und warum hilft sie uns und steckt den eignen Kopf mit in die Schlinge?" er schüttelt leicht den Kopf und lässt den Blick über die beiden Karten streifen, wärend er bis tief in die Nacht nachdenkt.


Der nächste Morgen bricht an und Beatrix findet Leopolth mit dem Kopf auf dem Tisch liegend vor. Sie muss bei dem Anblick etwas schmunzeln und ruft dann "Aufwachen mein Herr, oder wollt ihr den Tag verschlafen? Wir haben noch viel Arbeit vor uns!" Leopolth schreckt sogleich auf und schaut verschlafen zu ihr, im selbigen Moment zeigt er auf der Karte eine Insel und meint mit einem Gähner "Diese soll es sein, sie ist weitläufig, hat viel gutes Bauland und an Bodenschätzen scheint es ebenso nicht zu fehlen. Genug um dort ein anständiges Leben führen zukönnen." Beatrix schaut ihm über die Schulter, welche er meint "Diese liegt nah an dem Einflussbereiches eures Vaters. Denkt ihr das es eine gute Wahl ist?" sogleich kommen ein paar der Kriegsgefangenen mit Brot, Wurst und einem Krug Wein. Beatrix blickt diese an und sogleich zittern ihnen die Knie. Der Kopf dieser Gefangenen senkt sich gen Boden und murmeln leise "Verzeiht falls wir etwas falsch machten!" Sie schüttelt mit dem Kopf und entgegnet "Seht euch als freie Menschen an. Ihr habt lang genug hier im Namen der Krone schuften müssen und so lasse ich euch frei. Ihr könnt nun selbst entscheiden zubleiben, oder zugehen. Das Schiff welches mich herbrachte ist noch da, nehmt es wenn ihr wollt um wegzukommen." Die Gefangenen heben ungläubig den Kopf auf diese Worte, auch Leopolth schaut verwundert. "Meint ihr das ernst, oder ist es nur eine Lüge?" entgegnet eine dieser ihr. "Nein" antwortet Beatrix "keine Lüge, ihr könnt gehen, wenn ihr wollt und gebt es auch den anderen weiter!" Sie setzt sich dann an den Tisch und beginnt das morgendliche Mahl zuessen. "Du lässt sie alle Frei?" fragt Leopolth, worauf sie nur nickt und weiter isst. Grübelnd darüber nimmt er das Mahl ein und antwortet mit einem kurzem "Hmm...". Nachdem sie mit diesem fertig sind kommt eine handvoll der ehemals Gefangenen auf sie zu "Wir werden bleiben! Unsere Heimat wurde durch den Kaiser zerstört und haben niemanden wohin wir zurück könnten. Nehmt uns als Dienerschaft auf gegen ein Bett und etwas Essen!" Leopolth schaut zu ihnen "Sei es so, jedoch kommen harte Tage auf uns zu. Die Schiffe müssen alle mit Proviant beladen werden, das wir vier Wochen auf dem Meer überleben können. Erledigt dies gewissenhaft, denn es werden uns auch einige Bewohner folgen." Die neu erworbene Dienerschaft geht sofort los und bereitet die Schiffe auf die Reise vor. Beatrix und Leopolth machen sich nach dem Mahl an ein Schreiben für die Bewohner der Insel. Dieses Schreiben beinhaltet folgenden Text:


"Werte Bewohner Sichelmonds,

einige werden sicherlich mitbekommen haben, das die ganze kaiserliche Garde die Insel verließ. Dies hat den Grund das der Kaiser den Krieg im Osten nun ein für allemal beenden will. Jedoch wurden 6 Späherschiffe vor unserer Insel von fremden Schiffen angegriffen und komplett zerstört. Der Kaiser denkt nun das wir alle zusammen dies waren und möchte deswegen unser aller Tot. Ich habe versucht mit einem Schreiben zu erklären, das es fremde Schiffe gewesen sind, doch wird dies nicht geglaubt, da sich mein Vater dem Kaiser entgegenstellt um seiner Herrschaft ein Ende zusetzen. Selbst wir hier waren nur jene die ihm weitere Waren zusandten und sollen nun umgebracht werden, durch eine Intriege, welche gegen uns alle gerichtet ist. Um euer Leben zu retten und aus den Fängen des Kaiserreiches zu entkommen, werden wir alle auf eine neue Insel flüchten, welche vier Wochen von hier entfernt liegt. Jene die mir folgen wollen, können dies gern tun, ich werde meine Schiffe mit allem Nötigen beladen lassen und auch ihr solltet nur das Nötigste mitnehmen. Jene die bleiben wollen, sei gesagt das der Kaiser jeden noch hier befindlichen Bewohner umbringen lässt, denn diesesmal sollen keine Gefangenen genommen werden und alles zu Asche verbrannt werden. Seid keine Narren und folgt mir auf die neue Insel, wo wir einen ruhigen Neuanfang beginnen können. Die Flotte des Kaisers wird in etwa einer Woche erwartet, bis dahin sollten wir von hier weg sein.

Hochachtungsvoll Leopolth von Klanstedt"



Als dieses Schreiben fertig ist, wird es sogleich auf der gesammten Insel verteilt und auch vorgelesen.



Wenige Tage vergehen und die Schiffe stehen zur Abreise bereit, auch einige Bewohner haben sich angeschlossen und versammeln sich am Hafen. Die Bediensteten helfen den Bewohnern sich auf den Schiffen zuverteilen. Leopolth läuft nochmals durch die Residenz und erinnert sich an die Zeit seines ankommens zurück und wie die Provinzherrscher auf ihn reagierten. Ein lächeln huscht über seine Lippen und bleibt noch ein paar Minuten in den Erinnerungen versunken ehe er sich dann auf den Weg zum Hafen zurück macht. Dort angekommen ruft er laut "Alles bereit? Der Abend bricht an und ich möchte im Schutz der Dunkelheit abreisen um so nicht gleich gesichtet zuwerden!" Ein einheitliches "Jawohl!" kommt von Bord der Schiffe "Alles zur Abreise bereit, wir warten nur auf euch und die Frau in Plattenrüstung mein Herr!" Wie es gesagt wurde kommt Beatrix auch schon den Weg zum Hafen hinunter gelaufen und lässt ihre Blicke über die Schiffe schweifen. "Dann mal los in die neue Heimat, ehe die Flotte hier eintrifft!" Ein Lautes "Leinen los!" ist in der abendlichen Dämmerung zuhören und die Schiffe legen Richtung Osten ab. Wenige Minuten nach dem Ablegen ist am westlichen Horizont alles hell erleuchtet und eine große Flotte von Schiffen zusehen. Als dann weitere Minuten vergehen, sieht man die Insel nach und nach in Flammen stehen, bis sie komplett in einem tanz der Flammen gehüllt ist und die Schreie der verblieben Bewohner schallen durch die Nacht. Alle an Board des Schiffes atmen erleichtert jedoch auch vom Schreck erfüllt durch, keiner hätte wohl gedacht, das Leopolth mit seinem Schreiben so sehr Recht hatte und sie es überlebten, dank der Warnung von der Frau in der Plattenrüstung. Unbeirrt was mit Sichelmond geschiet segeln die Schiffe weiter Richtung neuer Heimat. Was wird sie dort erwarten und wird alles so sein wie von Leopolth beschrieben? Dies wird nur die Zukunft selbst zeigen!



(Written by Edana)

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